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nach 2.098 km sah Landcy sehr schmutzig aus

2017 Uganda: Rückweg nach Entebbe

Diese Nacht war die erholsamste des ganzen Urlaubs. Von 21 Uhr bis 06:30 Uhr schlief ich tief und fest. Frank war schon etwas länger wach und lauschte wie die Reisegruppe die Zelte abbaute. Der See dampfte. Die Hippos waren abgetaucht. Wir frühstückten in aller Ruhe, bevor es auf den Rückweg nach Entebbe geht. Heute gab es singhalesisches Kottu Roti aus Chapatti anstatt Roti. Also war es dann eigentlich Kottu Chapatti.

Danach entstaubten wir den Kofferraum und verstauten alles ordentlich.

Zuvor musste ich mich jedoch noch mit einem Affen um das Salzpäckchen streiten. Walker, der sich um den Platz, die Registrierung, das Campfeuer, … kümmert, hatte mich bei unserer Anreise gewarnt, dass die Affen das Essen aus dem Auto stehlen. Recht sollte er behalten!

Verfolgungsjagd mit einem Affen



Nach dem der Kofferraum entstaubt war, leerte ich die Kühlbox (viel war eh nicht mehr übrig) und stellte die restlichen Lebensmittel in den Kofferraum. Die Kühlbox stand noch ohne Deckel zum Trocknen vorm Auto, als ein neugieriger oder hungriger Affe in der Box nachsah ob es dort Futter gab. Nö, da war nichts mehr. Doch dann erblickte er den offenen Kofferraum, bzw. irgendwas, was in einem Plastikbeutel verpackt war. Da ist bestimmt etwas leckeres drin … Und ehe ich mich versah, war der Affe samt Salzpaket erst unterm und dann vors Auto verschwunden. Gibst du mir das wohl wieder zurück? Ich flitzte dem Affen hinterher, der wohl leicht überrumpelt war, dass ich ihn verfolgte. Er ließ seine Beute für einen Moment los. Ich nutzte die einmalige Chance. Das Salz gehörte mir!

Ein kleines Loch hatte er schon in den Gefrierbeutel gebissen. Böser Affe! Meinen Triumph noch auskostend ging ich wieder Richtung Kofferraum, als ich mich verfolgt fühlte. War mir doch tatsächlich der Affe auf den Fersen und fletschte leicht die Zähne. Frank? Hilfe!!! Der Affe verfolgt mich! Geistes gegenwärtig warf Frank ihm die Abfallreste einer Tomate zu. Der Affe hatte ein Einsehen. Tomate schmeckt schließlich viel besser als Salz.



Unser restliches Öl, das zurück eroberte Salz und die Reste unseren guten Hela Curry Ketchup verschenkten wir an Walker, als er zu uns kam, damit wir uns noch ins Registrierungsbuch eintragen konnten. Die „Affe-klaut-Salz-Geschichte“ erzählten wir ihm nicht.

Zebra-Wallfahrt



Es war so gegen 08:45 Uhr als wir los fuhren. Der Herr am Headquarter Gate kannte uns noch von gestern. Schön, wir ihn aber nicht mehr…

Die üblichen Tiere warteten am Wegesrand, um sich von uns zu verabschieden. „Passt gut auf euch auf!“

Wohin nur all diese Zebras wanderten? War gerade Zebra-Wallfahrt?



Auch heute waren an einer Stelle Buschfeuer. Diesmal gewannen wir den Eindruck, dass die Feuer nicht absichtlich gelegt werden. Drei Leute versuchten die Flammen zu ersticken. So ganz durchblickten wir es aber immer noch nicht.



Nach gut 1,5 Stunden erreichten wir die Hauptstraße und hatten somit wieder Asphalt unter den Reifen. Welch eine Wohltat!

Unsere zweite Äquator-Überquerung



Nur Ortschaften und Speedhumbs konnten unser Tempo Richtung Entebbe zügeln. Und natürlich der Äquator!

Während bei unserer ersten Äquator-Überquerung keine Infrastruktur vorhanden war, fanden wir hier Restaurants und Souvenirläden. Wir spazierten über den Äquator und fuhren mit Landcy langsam von der Südhalbkugel auf die Nordhalbkugel.



Unterwegs sahen wir vermutlich wieder Weltreisende. Zwei Motorräder mit 3 hellhäutigen Leuten überholten uns. Das Nummernschild war gelb. Mehr konnten wir vor Dreck nicht erkennen.

Entlang der Straße



Vielfach spielt sich das Leben unmittelbar an der Durchfahrtsstraße ab. Verkaufsstände und Ladenlokale reihten sich aneinander. Je näher wir dem Viktoria-See kamen, um so mehr Stände mit Viktoria-Barschen waren am Straßenrand zu finden.



In Masaka stoppten wir an der Stanbic Bank. Ansonsten könnten wir uns das Volltanken nicht mehr leisten. Ärgerlich, dass ich in Fort Portal nur 800.000 UGX abgehoben hatte und nicht die 1 Mio….

Ein fleißiges Parkschein-Mädchen wollte Frank direkt ein Ticket geben. Aber er hatte kein Geld. Der Preis sollte 5.000 UGX betragen. Nie im Leben! Außerdem haben wir nicht geparkt sondern nur 2 Minuten gestanden. Die Konversation wollte nicht so ganz klappen. Was nicht an uns lag. Wir verständigten uns hoffentlich darauf, dass 2 Minuten stehen und nicht parken nichts kostet. Toi toi toi.



In Mpigi bogen wir rechts ab, runter vom Asphalt und rauf auf rote Erde. Die letzten 46 km lagen vor uns. Bei Shell tankten wir dann voll aber nicht vollvoll für 164.000 UGX. 170.000 UGX gegeben.

Die letzten Kilometer mit Landcy



11 km später waren wir im Santa Maria Health Resort in Entebbe angekommen. Erst standen wir an der Hintertür. Eine Runde um den Häuserblock gedreht und von der anderen Seite auf den Hof gefahren.

Beim Einchecken mussten wir beide unseren halben Lebenslauf aufschreiben. Der Angestellte brachte uns dann zum Zimmer. Danach gingen wir wieder mit runter das Gepäck holen. Das Handy musste dringend an den Strom, damit wir bei Roadtrip Uganda anrufen können, dass das Auto abgeholt werden kann.

Um kurz vor 16 Uhr gaben wir bescheid, dass Landcy abgeholt werden kann. Es könnte ungefähr 2 Stunden dauern bis jemand da ist. Okay, wir sind am Pool zu finden. Man würde uns kurz vorher anrufen. Warum geht derjenige nicht einfach zur Rezeption und fragt nach uns? Egal. Wie besorgten uns das WLAN Passwort und Poolhandtücher und sagten an der Rezeption vorsichtshalber bescheid, dass jemand von Roadtrip Uganda vorbei kommt und wir am Pool liegen. Weil wir barfuß an der Rezeption standen wurden wir gefragt, ob wir Slipper benötigen. Nein. Vermutlich wird es hier nicht gerne gesehen wenn die Leute barfuß laufen. Dabei waren wir froh mal barfuß laufen zu könnnen.

Pool-Zeit in Entebbe



Am großen Pool war, als wir eincheckten, eine Fotosession. Ein ugandischer Musiker war mit seinem Videodreh beschäftigt. Cool! Als wir poolfertig waren war der Dreh beendet und wir konnten in See stechen. Ansonsten hätten wir uns den anderen Pool mit den Kids teilen müssen.

Kaum das wir im Wasser bzw. Franky schon wieder draußen war, stand auch schon Abbas von Roadtrip Uganda im Garten. Wo kam er so schnell her? Man hatte ihm gesagt, dass er sich beeilen soll, weil wir in Zeitnot wären. Nein, wir wollten nur in den Pool. Egal!

Die 350 USD Kaution hatte er dabei. Ansonsten war nichts da, was ihn legitimierte. Vermutlich machen wir uns zu viele Gedanken. Er war jedenfalls mit einem Boda Boda gekommen um schnell hier zu sein. Wir wiesen noch auf den geflickten Reifen hin und die verlorengegangenen Muttern. Über Dreck, Kratzer und gebrochene Federn machte sich keiner Gedanken. Wir sagten nichts dazu. Bei einem fast 20 Jahre alten Auto gibt es halt Gebrauchsspuren. Unsere Sorgen waren somit total unbegründet.

Wir winkten Landcy ein letztes Mal zu. Mit einem Kilometerstand von 139.113 rollte sie vom Hof. 2098 km sind wir mit ihr durch Uganda gefahren. Naja, eigentlich nicht wir, sondern Frank. Auf mein Konto gingen wohl nur die 98 km.

Am Pool tankten wir noch etwas Sonne und schwammen ein paar Runden. Die Dusche auf unserem Zimmer hatte nur kurzzeitig warmes Wasser, der Strahl war auch eher mager.

Köstliches Essen



Zum Essen besuchten wir das angeschlossene Restaurant. Frank hatte vorher schon einen Blick auf die Karte geworfen. Im zweiten Anlauf (Hähnchen ohne Knochen war ausgeflogen) gab es auch was für mich: Gemüse mit Pommes. Franky bestellte ein Rindersteak mit Pommes. Beides schmeckte Gut. Frank war mehr als begeistert.

Das Abendessen mussten wir an der Rezeption begleichen. Erst fehlten die Getränke auf der Rechnung. Wir waren ehrlich und sagen es sofort. Nachgebessert mussten wir 47.000 UGX zahlen, 52.000 UGX gegeben. Die 70 USD für das Zimmer zahlten wir auch direkt. Die Mücken nervten, so dass wir ins Zimmer flüchteten. Aber selbst dort und unterm Moskitonetz waren wir nicht sicher.

Gegen 21 Uhr gingen die Lichter aus.

Gefahrene Kilometer: 265

tbc

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