Hallo Lisa,

ich bin’s Emma. Ich dachte, ich schreibe dir mal, wie es mir nun so nach zwei Jahren in Straelen geht. Im Januar hatten wir ja schon mal kurz What’s App Nachrichten ausgetauscht. (Das hat mich gefreut, dass du noch an mich gedacht hast.)

Auf einer großen Laptop-Tastatur schreibt es sich viel einfacher im 2-Pfoten-Suchsystem, als auf einem Wischhandy.

Ich gebe dir mal ein kurzes Update was in den letzten 24 Monaten so alles passiert ist. Eins vorweg: Schüchtern und Schreckhaft bin ich immer noch.

Fußball war zu Anfang meine große Leidenschaft. Als meine beiden Dosis in ihrem ersten Urlaub ohne mich waren, hatte „Opa“ die Aufgabe, mir immer wieder schön die Bälle hinzulegen, die unterm Sofa oder unter Schränken gelandet waren. Das hat er auch brav gemacht.

Nach dem Urlaub hatte ich aber nicht mehr so richtig Lust Fußball zu spielen. Außerdem hatte ich plötzlich so eine juckende Stelle am Köpfchen. Ich konnte einfach nicht aufhören mich zu kratzen. Ein erstes Antibiotikum wollte nicht wirken. Und weil es dann sogar so schlimm wurde, sind wir noch an Heiligabend zu einem anderen Tierarzt gefahren. Der hatte ein besseres Antibiotikum, die Wunde heilte etwas ab, aber so ganz konnte ich mit dem Kratzen nicht aufhören. Kurzerhand hat Sandra mir dann einen Trichter verpasst.

Bist du damit schon mal rumgelaufen? Total behämmert das Ding! Und das aller, aller Schlimmste: ich konnte damit nicht mehr unter das Sofa um mich zu verstecken. Echt ätzend. Immer wenn es fast weg war und ich den Trichter abgenommen bekam, habe ich wieder neu angefangen mich zu kratzen. Die beiden Dosis fuhren wieder in Urlaub und ich saß da, mit diesem dummen Trichter. Und weißt du was? Ich konnte mich nicht vor Opa verstecken. Er war begeistert mich immer zu sehen und ich habe mich streicheln lassen (müssen). Nach zwei Wochen habe ich mir den Trichter selber entfernt, was Opa den beiden verschwiegen hat. Ist aber auch nix mehr passiert.

Mit den Bällen wollte ich trotzdem nicht mehr spielen. So war es, dass die WM 2016 ohne mich stattfand. Sandra hat das sehr bedauert.

Wenn schönes Wetter ist sitze ich gerne auf der Terrasse, lasse mir die Sonne auf den schwarzen Pelz scheinen und passe auf die Fische auf. Zum Glück bekomme ich die aus der Tüte schon fertig zubereitet serviert, da muss ich mir keine frischen Fische fangen. Andere Katzen aus der Nachbarschaft scheinen es nicht so gut zu haben und versuchen sich aus dem Teich zu bedienen. Wenn ich das mitbekomme verteidige ich natürlich unsere Fische. Das gelingt mir allerdings nicht immer.

 

Letzten Sommer musste ich Zahnstein entfernt bekommen und mir wurden auch ein paar Zähnchen gezogen. Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines Zahnpasses. Seitdem bekomme ich jeden Morgen etwas Trockenfutter zum Frühstück. Ich stehe drauf!

Ganz im Gegensatz zu Tierarztbesuchen. Die sind so was von unlustig und ich zeige denen auch was ich davon halte in dem ich auf den Behandlungstisch  …  Nee, das ist mir jetzt aber peinlich das zu schreiben. Also irgendwas passiert dann immer, … wenn ich die Hosen vor Angst ziemlich voll habe …. Man schäm ich mich!

Sandras Kopfkissen gehört nach wie vor mir. Wobei ich ihr wieder ein kleines Stück zurückgegeben habe. Ich will ja nicht so sein. Dafür spielen wir morgens und abends immer Schattenfangen. Das macht riesig Spaß!

Sandra ist nach wie vor meine Hauptbezugsperson. Das macht Frank ziemlich eifersüchtig. Inzwischen ist er ja so schlau und füttert mich morgens, während Sandra noch im Bad ist. Dadurch will er sich – so meine Vermutung – bei mir einschleimen. Ich bleibe aber nach wie vor ein Mutterkind. Wir zwei Mädels müssen schließlich zusammen halten.

Fremde Leute (fremd bedeutet für mich jeder, der nicht dauerhaft hier wohnt) mag ich nicht. Entweder mache ich mich unsichtbar (Augen zu, wen ich nicht sehe, der sieht mich auch nicht) oder ich bin weg. Wenn Opa mich füttern kommt, weiß er wo er mich suchen kann (erster Versuch ist hinterm Bett – Volltreffer), aber im Keller unter der Küchenzeile wird er mich nie finden.  Unter dem Sofa verstecke ich mich gar nicht mehr.

Wenn die Sonne scheint, liege ich tagsüber gerne oben im Flur vorm Fenster und beobachte die Straße. Viel zu sehen ist da allerdings nicht. Wenn meine Dosis abends später nach Hause kommen  (also wenn es dunkel ist) warte ich unten im Flur. Ich habe immer Sorge, dass sie wieder in Urlaub sind und ich mich dann wieder vor Opa verstecken muss. Außerdem ist dann auch keiner da, mit dem ich mir nachts das Kopfkissen teilen kann.

Mit dem Staubsauger werde ich überhaupt nicht warm! Wenn der nur aus dem Putzschrank geholt wird, bin ich schon im Keller unter der Küche verschwunden. Ja, ich weiß, der tut nichts. Aber ich mag den trotzdem nicht. Ich bin halt die eigenwillige Emma! Und das ist gut so!

Jetzt hast du einen kurzen Einblick in meine Zeit in Straelen bekommen. Ich mag meine Dosis, auch wenn ich das nicht immer so zeigen kann. Währen ich das hier schreibe, liegt Sandra neben mir zusammengerollt und dösend auf dem Sofa … (oder ist es vielleicht umgekehrt?). Es ist schön, dass es hier recht ruhig zugeht, ich einen so tollen Garten für meine kurzen Sparziergänge habe, das Futter schmeckt und ich machen kann was ich will.

Ich bin gerne hier!

Es grüßt dich mit einem herzhaften MIAU,

deine Emma